Von der Iberischen Halbinsel sind den meisten Menschen vor allem die Strände am Mittelmeer bekannt. Wer an Spanien denkt, verbindet damit Sonne, Sandstrände und Meer.
Schon lange
hat es mich gereizt, das andere “richtige” Spanien abseits dieser Klischees zu erkunden.
Die wilde Küste im Norden, Galicien und Santiago de Compostella wollte ich schon seit Jahren besuchen. Auch die Westküste Portugals und das heisse, karge Hinterland Andalusiens standen schon länger auf meiner Wunschliste.
Bei
der Vorbereitung stand gleich fest, dass diese Reise mit dem Motorrad stattfinden soll. Die langweilige Anfahrt auf der Autobahn haben wir uns erspart und bis Bordeaux in Frankreich den Autoreisezug genommen. Unsere Route führte uns
komplett um die ganze Halbinsel und endete in Narbonne, von wo unser Zug zurück nach Hause abfuhr. Insgesamt haben wir in 4 Wochen eine Strecke von gut 5000 Kilometern auf den Motorrädern zurückgelegt.
Um die Ladezeiten erträglich zu halten, habe ich diesen Bericht auf mehrere Unterseiten verteilt. Die ersten 5 Seiten “Nordspanien” -
“Galicien” - “Portugal” - “Lissabon” und “Andalusien” sind bildorientiert. Hier gibt es vor allem schöne Fotos und kurze Erklärungen.
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Wer sich besonders für diese Reise interessiert, mehr Informationen sucht oder nun Lust auf mehr Spanien und Portugal bekommen hat, findet unter “Reiseberichte” mein Reisetagebuch, das ich während der ganzen Reise geführt habe. Doch Achtung! Diese Seite enthält über 20 Seiten Text. Ich empfehle das im Offlinemodus zu lesen!
Allgemeine Informationen zu dieser Reise:
Anfahrt mit DB-Autoreisezug. Würde ich jederzeit wieder nutzen und mit gutem Gewissen empfehlen. Die Züge waren pünktlich und das Zugpersonal freundlich und fleissig. Von der
Verpflegung waren wir angenehm überrascht. Nach realistischer Fahrtkostenberechnung inclusive Übernachtungen war der Zug nur unwesentlich teurer. Die Züge verkehren nachts, so haben wir
für beide Strecken mindestens 3 ganze Urlaubstage gewonnen. Die Buchung über das Internet hat sofort geklappt und auch die Bestätigung kam innerhalb der laufenden Woche.
Camping: Auch im Norden Spaniens hatten wir keine Probleme Campingplätze zu finden. Der
Standard ist allerdings unter dem der Plätze in den Urlaubsregionen am Mittelmeer. Tägliche Reinigung der Sanitäreinrichtungen, heisse Duschen und die Möglichkeit das Nötigste zu kaufen
ist immer vorhanden. Einige der von uns besuchten Plätze waren sehr naturnah und somit nicht perfekt parzelliert.
In Portugal geht der Standard deutlich in den Keller. Sauberkeit und Ausstattung liessen doch
viele Wünsche offen. Akzeptabel waren die Orbitur-Plätze.
Allgemeines: Nordspanien ist grün. Die Küste wirkt oft wild und zerklüftet. Viele Gewächse, die mir vom Mittelmeer bekannt waren gedeihen dort. Auch im Sommer ist mit Niederschlägen zu rechnen; das ist der Preis für die üppige Vegetation. Die Ausblicke von der gut ausgebauten Küstenstrasse sind oft atemberaubend schön, der Verkehr war nur in der Nähe grosser Städte wirklich störend.
Motorradfahren: Für mich als Motorradfahrer war Nordspanien ein einziger Traum. Viele Kurven
in toller Landschaft mit herrlichen Ausblicken sind an sich schon die Reise wert. Hinzu kommt, dass viele Strassen gut ausgebaut und die Kurven selten tückisch sind. Eine dritte Spur ermöglicht
oft das gefahrlose Überholen an Bergstrecken. Ungewohnt war die knappe Fahrweise der Spanier. Hierzulande gilt es als “schneiden” wenn 20 cm vor dem Überholten eingeschert wird, in Spanien ist das die Regel. Es ist schon ein
merkwürdiges Gefühl wenn Autos wenige Zentimeter neben mir vorbeidonnern... Gleiches gilt für das Abstandhalten auf der Autobahn.
In Portugal waren die Strassen nur noch klein und verwunden. Eine Etappe von 200 Km kann im Hinterland schnell zur Tagestour ausarten. Da unsere Zeit knapp wurde und wir auch noch einiges besichtigen wollten haben wir dort
fast nur die Autobahn genutzt. Unbeschwertes Kurvenglück gab es dort nicht.
Resümee: fast 5 Wochen Urlaub waren für dieses Projekt eindeutig zu wenig. Es war eine Tour des Weglassens. Mir sind die Dimensionen der Iberischen Halbinsel klar geworden. Die 5000 km sind eben nicht nur Strecke; es gibt unendlich viel zu sehen und zu erkunden. Mein Anspruch war keine Autobahnen zu nutzen und noch viele Orte, Naturparks und Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Von vielen dieser Pläne musste ich mich schon in der ersten Woche verabschieden. Alles in allen war diese Reise nur eine Erkundungsfahrt. Zu viel haben die bereisten Regionen zu bieten. Nordspanien mit Galicien, Portugal, Andalusien mit dem karg-schönen Hinterland oder die Pyrenäen; jede Region wäre eine eigene Reise wert. Herrliche Landschaften, sehenswerte Orte und romantische Küsten; dazu Zeit zur Entspannung oder erfahren schöner Strecken; für jede Region wären 4 Wochen eine angemessene Zeit. Es wird nur schwer fallen sich für das erste Ziel zu entscheiden. Vielleicht fangen wir noch einmal im Norden an? 4 Regionen - 4 Urlaube, dann hätte ich diese Reise 2005 wirklich beendet!