26.08.01, Nr.05
Ich sitze auf dem 2175 hohen Gipfel des Pico de Tres Mares und geniesse das atemberaubende Panorama. "Mein" Gipfel liegt inmitten anderer Hoher Berge. Wenn mein Blick in die Ferne schweift, sehe ich schroffe Felsen weit entfernter Bergketten. Weiter sehe ich das Reserva de Fuentes Carrionas mit seinem 2525 Meter hohen Gipfel. Zwischen mir und diesen Riesen liegt ein kleinerer Berg, der von mir aus gleichmässig als grüne Fläche aufsteigt um dann an der abgewandten Seite steil in die Tiefe zu stürzen. Links von mir erhebt sich eine Bergkette mit einem steilen, schroffen Grat. Hinter mir wirkt der kleine Berg, der vom 1 km entfernten Parkplatz so mächtig aussah wie ein Hügel. Zwischen meinem Gipfel und den umliegenden Bergketten liegen grüne Täler. Das Klingeln der Kuhglocken tönt bis hier hinauf, sonst herrscht Stille.

Eigentlich wollte ich unbedingt nach Aguilar. Doch gut 20 Km vorher lockte die als Ministrässchen eingezeichnete Strecke zum Pico de Tres Mares. Beim Versuch diese Strasse physisch auch zu finden hätten wir fast aufgegeben. In Reinosa scheint es keine Schilder zu geben, wir brauchen 3 Ortsdurchfahrten um zufällig die richtige Ausfahrt zu erwischen. Leider wurde das Strässchen nach Veröffentlichung meiner Karte gut ausgebaut. Nun gut, da können wir wenigstens die Kurven geniessen ohne allzu sehr auf kurvenschnippelnde Dosentreiber achten zu müssen. Wir passieren kleine Örtchen, dann nur noch einzelne Höfe oder Häuser. Der Baustil hier weicht stark vom Süden Spaniens ab. Die typischen Bogenveranden sind zwar auch da, aber die Fassaden sind in Naturstein oder mit dunklen glasierten Kacheln belegt. Am ehesten erinnert es mich noch an Andorra. Auf der Strecke nach oben versperren uns mehrfach Kühe mit grossen Glocken die Fahrbahn. Mit jeder Kehre wechselt auch die Aussicht. Martin muss mich bremsen, sonst käme ich vor lauter Fotostops oben mit vollen Filmen an. Nicht halten fällt schwer; sind doch die Blicke in Täler und auf senkrecht aufragende Berghänge so grandios.

Am Ende der Asphaltstrasse ist ein Parkplatz. Schon hier ist das Panorama betörend schön, doch wir wollen ganz nach oben auf den Gipfel. 1100 Meter ist er entfernt, doch der Aufstieg dauert gut 1,5 Stunden. (30 Bilder auf Diafilm und 20 digital brauchen Zeit ;-)) Als ich oben bin, zittern die Beine, mir ist schwindelig und als erstes muss ich mich setzen, oh je, ich werde älter! Zurück bei den Alps ist es schon 16.oo Uhr durch. Wir sind von der Sonne geröstet und in den Mopedklamotten mit unseren Rucksäcken ganz schön geschafft. Nach der Abfahrt sehen wir dicke schwarze Wolken in Richtung Aguilar. Richtung Küste lockt blauer Himmel. Wir entscheiden uns für das bessere Wetter und fahren zurück an die Küste. Schade, Aguilar hätte ich gerne gesehen, aber man soll sich ja immer noch was für die nächste Tour aufsparen.

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